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Fachinformationen

Oleg Cernavin (INQA-Bauen und BC GmbH Forschung, Wiesbaden)

Gute Arbeit am Bau und Betriebsratsarbeit – CASA-bauen als ein Einstieg

„Gute Arbeit am Bau, ist das überhaupt möglich?“. Gute Arbeit, was ist das denn überhaupt? Als wir in unseren Berufen angefangen haben, sind wir sicherlich alle mit dem Ethos angetreten, Freude an unserer Arbeit zu haben und gute Arbeit abzuliefern. Wir alle sind auch angetreten mit dem Anspruch, dass die Arbeit gut organisiert ist – ich unterstelle Ihnen das einmal, weil Sie in der Gewerkschaft aktiv sind. Unser Anspruch war zu Beginn unserer Berufstätigkeit, dass unsere Arbeit zufriedenstellend sein soll, dass wir gerne arbeiten, dass wir gutes Geld ver- dienen und dass wir gute Arbeitsbedingungen haben. Und wir sind angetreten, uns für solche Arbeitsbedingungen einzusetzen und dafür zu kämpfen.

Gute Arbeit – was ist das?

Unsere Erwartungen und Ansprüche sind das, was gute Arbeit ausmacht. Der DGB hat einen Index entwickelt, der „Gute Arbeit“ heißt (www.dgb-index-gute-arbeit.de). Dort wird sehr konkret in 15 Punkten beschrieben, was man unter guter Arbeit versteht. Damit dieser Begriff „Gute Arbeit“ ein wenig konkreter wird, möchte ich Ihnen einige dieser Punkte vorstellen. Gute Arbeit bedeutet nach dem DGB-Index:

  • Die Beschäftigten haben die Möglichkeit, Einfluss zu nehmen auf die Arbeit, sie haben Gestaltungsmöglichkeiten – Mitarbeiterbeteiligung nennen wir das immer;
  • Die Beschäftigten müssen gut informiert sein und wissen, was sie tun sollen. Sie müssen auch wissen, was von ihnen erwartet wird. Und sie müssen die Gefährdungen bei ihrer Arbeit kennen.
  • Eine Voraussetzung für gute Arbeit ist die Führungsqualität. Führungsqualität ist nach meiner Erfahrung ein ganz entscheidender Punkt. Eigentlich hängt fast alles oder sehr vieles an dieser Frage. Wie gut ist die Führung des Unternehmens? Werden die Kolleginnen und Kollegen wertschätzend behandelt? Wird die Arbeit gut geplant? Wird eine vernünftige Personalentwicklung betrieben? Häufig wird gesagt, das ist immer nur ein Problem von Großunternehmen. Nein, wir haben bei INQA-Bauen die Erfahrung gemacht, dass gute Führung ebenso wie schlechte Führung in kleinsten Handwerksbetrieben anzutreffen sind. Es gibt viele sehr gute Handwerksunternehmen, in denen die Chefs zeigen, wie man gut führt, wie man Kolleginnen und Kollegen zur Mitarbeit motiviert, wie man sie einbezieht in die Arbeitsprozesse. Es gibt viele gute Beispiele. Es gibt allerdings auch sehr viele schlechte Beispiele.
  • Betriebsräte haben die Möglichkeit, diese Prozesse zu beeinflussen. Sie sind auch gefordert, dies zu tun. Ich weiß, dass das in vielen Betriebsräten ein sehr kompliziertes Thema ist. Einfacher lässt sich dieser Punkt ansprechen, wenn Betriebsräte ihn nicht als Vorwurf oder Kritik formulieren. Besser ist es, die Führungsqualität als einen Punkt anzusprechen, den man gemeinsam verbessern will, weil nur eine gute Führung für eine gute und damit auch produktive Arbeit im Betrieb sorgt.
  • Ein weiterer Aspekt, der zu Guter Arbeit am Bau gehört, ist das Thema Betriebskultur; dazu gehört die Frage, wie im Unternehmen miteinander umgegangen wird.
  • Das Thema körperliche Anforderung ist ein weiterer wesentlicher Faktor für gute Arbeit: Werden die Kolleginnen und Kollegen unterstützt, bekommen sie Hilfsmittel, wenn sie schwere Lasten heben, bekommen sie Sicherungen, wenn sie an einem hohen Arbeitsplatz arbeiten sollen?
  • Gute Arbeit am Bau hängt wesentlich von der Organisation und Arbeitsvorbereitung ab. Ist die Arbeit im Unternehmen systematisch organisiert oder sagt man, das machen die schon irgendwie – „Mach mal eben“, wie es Herr Benno Gabriel so treffend beschrieben hat? Improvisation und fehlende Organisation gehen aber immer auf die Knochen der Beschäftigten und das ist genau das Gegenteil von dem, was gute Arbeit ist.
  • Ein weiterer Aspekt von Guter Arbeit am Bau sind die Qualifizierungs- und die Entwicklungsmöglichkeiten, die im Unternehmen gegeben sind.

DGB-Index „Gute Arbeit“: Bauarbeiter nicht zufrieden

Die insgesamt 15 Faktoren des DGB-Index „Gute Arbeit“ können Sie im Internet nachlesen (www.dgb-index-gute-arbeit.de). Der DGB hat auf der Grundlage dieses Index alle Wirtschaftsbranchen befragt. Dann wurde festgelegt, wie die Arbeit in den einzelnen Branchen tatsächlich aussieht. 

Im Hoch- und Tiefbau sagen 7 Prozent der Beschäftigten, bei uns ist die Arbeit gut. 48 Prozent sagen, sie ist mittelmäßig und 44 Prozent bewerten die Arbeitsbedingungen als schlecht. Es gibt Branchen, in denen die Beschäftigten die Arbeit besser bewerten als die Beschäftigten der Bauwirtschaft. Es gibt Branchen, die durchaus vergleichbar sind mit dem Bau. Was aber insgesamt unter dem Strich feststeht ist, dass die Hälfte der befragten Kolleginnen und Kollegen in der Bauwirtschaft sagen, dass die Arbeitsbedingungen mittelmäßig sind und ein weiterer großer Anteil sagt, dass die Arbeitsbedingungen schlecht sind.

Nicht jammern – sondern für gute Arbeit aktiv werden

Dieses Ergebnis kann man sicherlich auch auf die allgemeine wirtschaftliche Situation zurückführen – aber nicht nur. Diese Zahlen sollten wir nicht einfach so hinnehmen. Die Initiative INQA-Bauen, die sich für die Interessen der Unternehmer und der Beschäftigen gleichermaßen einsetzt, wurde durch diese Ergebnisse zusätzlich motiviert, etwas für die Bauwirtschaft zu tun. Wir alle sollten angesichts dieser Zahlen nicht jammern, sondern etwas tun, damit es besser wird.

Wir erfahren in den Seminaren mit Betriebsräten immer wieder zwei Positionen. Die eine Position besagt, bei uns ist eigentlich alles super – und das ist verständlich, aber auch zu unkritisch. Der Stolz auf das Unternehmen, der Stolz auf die Arbeit diktiert eine solche Haltung. Die andere Position sagt, man kann ja sowieso nichts ändern. Ich denke, beide Positionen sind nicht akzeptabel.

Wir haben die Möglichkeiten, die Situation an vielen Stellen zu verbessern. Der Einsatz dafür wäre für mich die vordringlichste Aufgabe. Es gibt sehr viele gute Beispiele, die zeigen, wie sich Betriebsräte täglich aktiv und erfolgreich für die Interessen der Kolleginnen und Kollegen einsetzen. In diese tägliche Arbeit lassen sich die Aspekte von guter Arbeit mit aufnehmen. Dazu möchte ich Sie ermuntern und auffordern.

Anlässe zum Handeln gibt es genug

Es gibt so viele Möglichkeiten auf Baustellen, wie wir uns für gute Arbeit einsetzen können: Arbeitsplätze, die keine Sicherung an der Absturzkante besitzen; Verkehrswege, bei denen es gefährlich ist, wenn man seinen Arbeitsplatz erreichen will; Gerüste bei denen improvisiert werden musste als man auf der Baustelle war, weil in der Arbeitsvorbereitung die Hälfte vergessen wurde; Arbeitsmittel, die offensichtlich nicht geprüft worden sind und die die Arbeitskollegen gefährden; die notwendigsten sanitären Voraussetzungen fehlen; und, und, und. Es gibt viele Anlässe und es lohnt, sich für Gute Arbeit am Bau einzusetzen.

Die Ziele von INQA-Bauen heißen Gute Arbeit am Bau, gute Qualität der Arbeit und der Arbeitsplätze. Die Frage ist aber, wie kann das im Betrieb täglich umgesetzt werden – das ist schwierig. Auf Konferenzen in schöner angenehmer Umgebung sind die Forderungen leicht daher geredet. Es ist aber so schwer, tatsächlich einen kleinen konkreten Schritt im Betrieb weiterzukommen.

Ansatzpunkt: Arbeitsorganisation und Arbeitsvorbereitung

Wie kann Gute Arbeit am Bau erreicht werden? Der entscheidende Ansatzpunkt ist die Arbeitsorganisation zur Gestaltung von guter Arbeit im Unternehmen. Wenn die Baustelle läuft, wenn gebaut wird, ist nur noch wenig zu machen. Es sei denn, man holt die Berufsgenossenschaft und die Gewerbeaufsicht oder lässt die Polizei vorfahren. Da überlegt sich natürlich jeder im Betrieb dreimal, ob er so was macht. Auf der Baustelle ist eigentlich kaum etwas zu machen.

Chancen, sich für „Gute Arbeit“ einzusetzen, gibt es für Betriebsräte vor allem in der Phase der Arbeitsvorbereitung und der Arbeitsorganisation. Stellt man beim Aufbau des Gerüstes auf der Baustelle fest, dass ein paar Gerüstteile fehlen, wird man kaum sagen, oh, da fehlen uns Teile, fahren wir sie holen. Nein, man improvisiert dann – fertig. Es muss improvisiert werden, es geht fast gar nicht anders, um die Arbeitsaufgabe erledigen zu können. Alles andere ist Illusion. Das heißt, wenn ich beim Gerüstaufbau wirklich etwas bewirken will, habe ich nur Chancen bei der Arbeitsvorbereitung und der Arbeitsorganisation. Die für ein gutes Gerüst notwendigen Gerüstteile müssen auf dem Bauhof aufgeladen worden sein – ansonsten bleibt nur Improvisation. Das ist in allen Arbeitsbereichen so. Wenn Sie sich für Gute Arbeit am Bau einsetzen wollen, dann machen Sie es in der Phase der Arbeitsorganisation und Arbeitsvorbereitung.

Betriebsverfassungsgesetz ermöglicht Engagement zur Arbeitsorganisation

Ich möchte noch mal daran erinnern, dass Sie als Betriebsräte umfassende Rechte haben, bei der Arbeitsqualität und Arbeitsgestaltung tätig zu werden. Ich erinnere an § 90 des Betriebsverfassungsgesetzes, dort heißt es, der Arbeitgeber hat den Betriebsrat über die Planung von technischen Anlagen, von Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufen oder der Arbeitsstätte zu unterrichten und mit dem Betriebsrat zu beraten.

In § 91 heißt es, der Betriebsrat kann Maßnahmen einfordern, wenn Arbeitnehmer durch Änderungen der Arbeitsplätze, des Arbeitsablaufes oder der Arbeitsumgebung belastet werden, die den arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen über die menschengerechte Gestaltung von Arbeit widersprechen. Die Probleme, über die wir die ganze Zeit reden, schreien geradezu danach, dass man hier auf Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes tätig wird.

In § 80 heißt es, der Betriebsrat hat darüber zu wachen, dass die zu Gunsten der Arbeitnehmer geltenden Gesetze, Verordnungen und Unfallverhütungsvorschriften durchgeführt werden. Der Betriebsrat hat sich dafür einzusetzen, heißt es in § 89, dass die Vorschriften über den Arbeitsschutz und für den Umweltschutz durchgeführt werden. Den Mitbestimmungsparagraphen kennen Sie sicherlich auswendig. Aber auch hier ist ganz konkret Bezug genommen auf die Gestaltung von Arbeit, auf Arbeitsunfälle, auf Berufskrankheiten.

Das heißt, Sie haben auf Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes umfassende Möglichkeiten, schon im Vorfeld in den Bereichen der Arbeitsorganisation und der Arbeitsvorbereitung tätig zu sein. Ja, Sie haben sogar geradezu die Pflicht dazu, das zu tun. Das ist insofern hilfreich, weil es Ihnen Rückendeckung gibt, tatsächlich an den entscheidenden Punkten für die Gestaltung Guter Arbeit am Bau anzusetzen: da, wo die Ursachen für die Probleme liegen: bei der Planung, der Organisation und der Arbeitsvorbereitung.

Sie haben auch die Möglichkeit, dem Arbeitgeber Vorschläge zu neuen Formen der Arbeitsorganisation, zu Änderungen der Arbeitsverfahren und Arbeitsabläufe und über die Qualifizierung der Arbeitnehmer zu machen, und der Arbeitgeber hat diese Vorschläge mit dem Betriebsrat zu beraten. Das heißt, der Betriebsrat hat umfassende Rechte, in wesentlichen Fragen der Gestaltung der guten Arbeit im Unternehmen einzugreifen.

Immer weniger konkrete Regelungen – interne Arbeitsorganisation gewinnt an Bedeutung

Ich möchte noch auf einen anderen Aspekt eingehen, der in diesem Zusammenhang eine große Rolle spielt. Es gibt eine neue Entwicklung im Bereich der Arbeitsschutzvorschriften. Diese Neuentwicklung steht ein klein wenig dem entgegen, was hier vorne steht und gemeint ist: „Ohne Regel geht es nicht“. Die neue Entwicklung im Arbeitsschutzrecht läuft unter dem Begriff Deregulierung. Das bedeutet, dass die Anzahl der staatlichen und berufsgenossenschaftlichen Vorschriften immer geringer wird, dass immer weniger geregelt wird. Es wird in absehbarer Zeit nur noch zwei Unfallverhütungsvorschriften geben.

Es wird auch im staatlichen Recht eine andere Form von Regulierung geben. Es wird nicht mehr so sein, dass Sie in das Gesetz, in die Verordnung, in die Vorschriften, die Regeln schauen und dann wissen, was zu tun ist. Die Entscheidung, wie die Arbeit sicher und gesund zu gestalten ist, wird immer stärker in die einzelnen Unternehmen verlagert. Der Unternehmer selbst muss zusammen mit dem Betriebsrat ermitteln, welche Gefährdungen es gibt und welche Maßnahmen erforderlich sind. Die Unternehmen müssen eine Gefährdungsbeurteilung machen und können dann auf dieser Grundlage entscheiden, wie sie ihre Arbeit am besten organisieren.

Diese Regelungen stellen auch neue Anforderungen an die Betriebsräte, bieten aber auch neue Chancen. Die Betriebsräte haben die Möglichkeiten, an diesen vorgeschriebenen Gefährdungsbeurteilungen teilzunehmen. In den Gefährdungsbeurteilungen wird dann festgelegt, wie gestalte ich meine Arbeit ohne Gefährdung. Diese Bedingungen werden die Arbeit sicherlich verändern. Darüber müssen wir uns alle im Klaren sein.

Die Gewerkschaften werden im politischen Raum die Forderung nach möglichst konkreten Regeln stellen. Wir müssen aber davon ausgehen, dass sich das auf absehbare Zeit nicht so umsetzen wird. Die Tendenz geht dahin, die Entscheidung verstärkt in die Betriebe zu verlagern. Ich möchte Sie auffordern, dies auch als Chance zu sehen. Auch wenn das ein neues oder erweitertes Betätigungsfeld für Sie sein wird.

Der Betriebrat hat also auf Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes und auch auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilungen gute Möglichkeiten, das Thema Gute Arbeit am Bau aufzugreifen. Die interne Arbeitsorganisation wird durch die Deregulierung und die damit verbundene Verschiebung hin zu internen Festlegungen, wie gearbeitet werden soll, im Prinzip immer wichtiger.

Was ist CASA-bauen und wer steckt dahinter?

INQA-Bauen hat ein konkretes Instrument entwickelt, das Ihnen dabei helfen kann, diese schwere Arbeit anzugehen und das Thema Gute Arbeit am Bau in der Arbeitsorganisation und Arbeitsvorbereitung anzugehen. Dieses Instrument heißt CASA-bauen.

Wer steckt hinter INQA-Bauen, was ist CASA-bauen? INQA-Bauen ist eine nationale Initiative aller am Bau Beteiligten, die sich für Gute Arbeit am Bau einsetzt mit allen Partnern der Bauwirtschaft. Dazu zählen Sozialpartner, Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände, dazu zählen Bauherren und Planerverbände, also die Auftraggeber und Kunden Ihrer Unternehmen.

INQA-Bauen will eine neue Qualität des Bauens fördern, damit die Bauwirtschaft in Deutschland auch morgen noch ein Standortfaktor ist. INQA-Bauen will möglichst vielen am Bau Beteiligten dabei helfen, qualitätsorientiert, sicher und wirtschaftlich bauen zu können. INQA-Bauen fördert eine hohe Bauqualität und damit auch eine Gute Arbeit am Bau.

Um diese Ziele zu fördern, hat INQA-Bauen drei Referenz-Instrumente entwickelt. Das sind Instrumente, auf die sich alle Partner geeinigt haben. Wir haben einmal den „Check-bauen“, der in zehn Schritten ganz konkret beschreibt, was Bauherren berücksichtigen sollten, wenn sie qualitätsbewusst und wirtschaftlich bauen wollen. Ein zweites Instrument heißt KOMKO-bauen. In diesem Instrument wird konkret beschrieben, wie im gesamten Bauprozess gut kommuniziert und kooperiert wird.

Und wir haben CASA-bauen. In diesem Instrument wird beschrieben, wie Bauunternehmen ihre Chancen durch eine gute Arbeits- und Organisationsgestaltung und durch gute Arbeit nutzen können. CASA-bauen ist in zwei grundlegende Teile gegliedert: In die grundlegende Organisation des Unternehmens und in die Organisation für die Baustelle. Die beiden grundlegenden Teile sind in je sieben Themen oder Impulse – wie wir sagen – unterteilt.

Zu jedem dieser Themen werden drei bis fünf Basisprozesse und Basismaßnahmen beschrieben. Zusätzlich zu den Basisprozessen und -maßnahmen gibt es auf einer CD-ROM und im Internet weitere mögliche Prozesse und Maßnahmen.

Anhand des Themas „Klare Zielsetzung“ möchte ich Ihnen vorstellen, wie CASA-bauen die Themen behandelt. Zu den beschriebenen Zielen gehören auch Sicherheit, Gesundheit und Qualitätsbewusstsein. Das Thema Zielsetzung scheint sehr allgemein zu sein und das sagen die Betriebsräte auch immer wieder. Wenn wir aber mal hinschauen, welche Unternehmen tatsächlich im Handwerksbereich wirtschaftlich erfolgreich sind, werden wir feststellen, dass diese Unternehmen ganz klare Ziele haben. Sie haben ganz eindeutige Vorstellungen darüber, wie bei ihnen gearbeitet werden soll. Das ist auch schon in kleinen Unternehmen mit drei, vier Mitarbeitern der Fall. Da gibt es richtig gute Unternehmen, die demonstrieren, das hat tatsächlich einen Sinn, zu wissen was man will und wie man zusammenarbeiten will – eben welche Zielsetzungen es im Unternehmen gibt.

Wenn Sie sich als weiteres Beispiel das Thema „Erfolgreich Führen“ anschauen. Da stehen Maßnahmen wie „Die Führungskräfte beziehen die Beschäftigten vor Ort in die Arbeitsplanung mit ein“ oder „Die Führungskräfte erkennen die Leistung der Beschäftigten an und loben sie entsprechend, behandeln sie wertschätzend“. Sie erinnern sich, bei dem DGB-Index ist das einer der Punkte gewesen, die gute Arbeit beschreiben. Schauen Sie sich CASA-bauen einmal in Ruhe an und Sie werden feststellen, dass diese Handlungshilfe Gute Arbeit am Bau beschreibt.

Mit CASA-bauen haben Sie ein Instrument, mit dem Sie alle Themen des DGB-Index in Ihrem Unternehmen ansprechen können. CASA-bauen beschreibt in allen Themenbereichen ganz konkret die Maßnahmen, die Gute Arbeit am Bau ausmachen.

CASA-bauen – gemeinsamer Standard für Gute Arbeit am Bau

Dabei sollte man im Kopf behalten, dass CASA-bauen nicht irgendein zusätzliches Instrument neben vielen anderen ist. CASA-bauen ist ein Standard, in dem Gute Arbeit am Bau ganz konkret beschrieben wird. Auf diesen Standard haben sich alle am Bau Beteiligten gemeinsam geeinigt: die Arbeitgeberverbände, die Gewerkschaften, die Berufsgenossenschaften und Arbeitsschutzämter – und selbst die Bauherren haben gesagt: „So stellen wir uns ein gut organisiertes Bauunternehmen vor. Das ist unser gemeinsamer Standard in der Bauwirtschaft. Darauf kann man sich berufen.“

Dieses Instrument hat sozusagen die Autorität, dass alle gemeinsam gesagt haben, das ist eine sinnvolle und hilfreiche Beschreibung, was gute und wirtschaftliche Arbeitsorganisation ist.

CASA-bauen ist ein Instrument, das man auch als Analyseinstrument nutzen kann. Wir haben die Erfahrung gemacht, dass ein kleines Unternehmen, ein Handwerksbetrieb gut eine bis anderthalb Stunden dazu braucht, um eine Ist-Analyse vorzunehmen und um festzustellen, wo Verbesserungsmöglichkeiten bestehen. Wir sind der Meinung, dass CASA-bauen ein Instrument auch für Betriebsräte ist, um Guter Arbeit am Bau einen Schritt näher zu kommen.

Der Nutzen von CASA-Bauen

Lassen Sie mich abschließend den Nutzen von CASA-bauen darstellen:

  • CASA-bauen beschreibt konkret, wie Sie Gute Arbeit in der Bauwirtschaft in Ihrem Betrieb gestalten können.
  • Mit CASA-bauen haben Sie gleichzeitig den Organisationsteil der Gefährdungsbeurteilung durchgeführt. Der LASI, also die Arbeitsschutzbehörden der Länder, und die BG BAU haben CASA-bauen als Organisationsteil der Gefährdungsbeurteilung anerkannt. In der Gefährdungsbeurteilung wird, wenn man sich die Organisation anschaut, auch nichts anderes gemacht, als sehr systematisch die Organisation der Abläufe zu analysieren, wo Gefährdungen entstehen können und was für Maßnahmen festzulegen sind. CASA-bauen wurde auch auf der neuen CD-ROM Gefährdungsbeurteilung der BG BAU im Organisationsteil übernommen.
  • Hinter den einzelnen Maßnahmen von CASA-bauen finden Sie im Internet und auf der CD-ROM weitere konkrete Hilfsmittel, wie die Arbeit zu organisieren und zu planen ist. Dort finden Sie Checklisten und Formulare, Betriebsanweisungen und Planungshilfen. Das ist sehr hilfreich, sie müssen die Welt nicht neu erfinden.
  • CASA-bauen bietet die Möglichkeit, die Themen gute Arbeit und Verbesserung der Marktposition des Unternehmens gleichzeitig anzusprechen. CASA-bauen wurde von den Arbeitgebern mit entwickelt, weil die Unternehmerverbände erkannt haben, dass Betriebe wirtschaftlich am Markt nur dann überleben können, wenn sie hochwertige qualifizierte Prozesse entwickeln.
  • CASA-bauen erleichtert es, das Thema Gute Arbeit am Bau anzugehen, weil es ein konkreter Standard ist, auf den sich alle gemeinsam geeinigt haben. Es gibt eine Reihe von Initiativen vor Ort, die CASA-bauen mittlerweile aufgegriffen haben und es zu ihrem Instrument gemacht haben. Das sind vor allem Innungen, Verbände, einige Arbeitsschutzinstitutionen, Fachhochschuldozenten, Qualitätsiegel, regionale Netzwerke. Mit CASA-bauen liegt ein Instrument vor, das für viele Nutzen haben kann und das aus mehreren Perspektiven relativ konkret die gemeinsamen Interessen beschreibt. Alle, die CASAbauen gemeinsam entwickelt haben, waren sich in einem Punkt einig: Wenn wir uns weiter in einer ständigen Preisspirale im Billigpreiswettbewerb nach unten bewegen, werden wir alle immer weniger Chancen haben, Themen wie gute Arbeit, Bauqualität oder Arbeitsschutz überhaupt noch anzusprechen.

CASA-bauen für die Betriebsratsarbeit nutzen

Eine nationale Initiative wie INQA-Bauen hat Vor- und Nachteile. Ein Vorteil ist, dass wir Standards formulieren können, auf die sich alle gesellschaftlichen Partner einigen. Wir haben versucht, dies mit CASA-bauen und den anderen beiden Instrumenten möglichst konkret zu machen. Das ist der Vorteil, wir können Rahmenbedingungen schaffen.

Der Nachteil einer nationalen Initiative ist, dass sie weit weg vom konkreten Alltag ist. Alle schillernden und schönen Broschüren und Instrumente haben keine Wirkung, wenn sie nicht von Menschen wie Ihnen täglich als Hilfe angenommen werden und im Alltag bestehen.

Deswegen versuchen wir diejenigen Partner zu gewinnen, die erkennen, dass ein Instrument wie CASA-bauen einen Nutzen für sie hat und eine Hilfe sein kann. Aus dem Grund bitten wir Sie ganz herzlich, sich CASA-bauen genauer anzuschauen. Überlegen Sie doch einmal, wie CASA-bauen in Ihre betriebliche Praxis einzubringen ist. Überlegen Sie, welchen Nutzen Ihnen CASAbauen bringt, so wie es viele andere Partner von INQA-Bauen mittlerweile auch getan haben.

Mehr Information finden Sie auf unserer Homepage www.inqa-bauen.de. Dort finden Sie auch das komplette Instrument CASA-bauen und Sie können es online mit vielen weiterführenden Hilfen nutzen.


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