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Fachinformationen

Benno Gabriel (IG BAU)

Das „Mach mal eben“ dürfen wir nicht akzeptieren

Wenn Sturmschäden am Dach zu beheben sind, arbeiten wir am Bau doch immer noch zu oft nach dem Motto: „Mach mal eben“. Ein Kollege geht dann eben mal aufs Dach und „macht dann eben“. Diese „Mach mal eben“-Methoden, das sind meistens die Dinge, die uns das Genick brechen.

Ich will doch bis zur Rente durchhalten - und zwar gesund

Ich bin viel in Berufsschulen unterwegs und da komme ich mit jugendlichen Auszubildenden im Handwerk zusammen. Wenn man da über Gesundheitsschutz und Arbeitsschutz nachdenkt, gilt das bei vielen schon fast als illoyal gegenüber dem Arbeitgeber, weil der „macht das schon, der sorgt für mich“. Ich sage den Jungen und Mädchen in der Ausbildung immer, nichts ist wichtiger als morgens zu wissen, wann ich abends nach Hause komme. Wie vereinbart am Abend nach Hause kommen heißt, dass die Arbeitszeit eingehalten wird. Wie vereinbart am Abend nach Hause kommen, heißt in der Regel auch, in einem Betrieb zu arbeiten, der seine Arbeit gut organisiert hat.

Wenn ich einen Beruf wähle, will ich doch bis zur Rente durchhalten, und zwar gesund durchhalten. Ich zahle nicht monatliche Beiträge in die Rentenkasse, um dann anschließend das Rentenalter nicht zu erreichen.

Das für ein einigermaßen angenehmes Leben notwendige Geld kann ich nur erwirtschaften, wenn ich meine Leistungsfähigkeit auf Dauer erhalte. Also muss ich darauf achten, dass ich mein Arbeitsentgelt kriege. Und ich muss darauf achten, dass ich gesund bleibe und bei mir im Betrieb vernünftige Arbeitsbedingungen vorhanden sind.

Das Motto „Mach mal eben“ steht meiner Gesundheit entgegen

Dieses Motto „Mach mal eben“ steht meiner Gesundheit meistens entgegen: Klettere mal eben auf die Leiter und repariere etwas an einer viel zu hohen Stelle. Steig mal eben auf das Dach und reparier die Kleinigkeit an der Dachlatte – ganz ohne Sicherung. Bau mal eben die asbestbelasteten Platten aus – ohne notwendige Schutzmaßnahmen.

Dieses „Mach mal eben“ dürfen wir nicht akzeptieren. Das geht immer auf unsere Knochen. Da müssen wir vernünftige Arbeitsbedingungen einfordern. Wenn ihr bei euern Chefs nicht durchkommt, dann holt Hilfe. Wendet euch an die BG BAU, die staatlichen Arbeitsschützer oder an uns, an die IG BAU. Die Telefonnummern von der BG, von staatlichen Arbeitsschützern und von der Gewerkschaft gehören in jedes Portemonnaie.

An dieser Stelle komme ich dann plötzlich in eine ganz merkwürdige Diskussion mit den betroffenen Arbeitnehmern. Die sagen plötzlich, Mensch, wenn ich so was mache, gefährde ich ja meinen Arbeitsplatz. Diesen Schuh dürfen wir uns von den Unternehmern nicht anziehen lassen. Es ist doch unzumutbar, in so eine Zirkusnummer reinzugehen. Da ist es doch mit einem ganz großen Fragezeichen versehen, ob ich abends nach Hause komme. Ich denke, wir haben den Anspruch als Familienväter oder Familienmütter, dass wir abends gesund wieder nach Hause kommen. Wir wollen möglichst ein paar Jahrzehnte abends gesund nach Hause kommen – möglichst bis zur Rente.

Wir müssen gemeinsam handeln - das geht und ich möchte euch Mut machen

Deswegen müssen wir gemeinsam handeln. Das geht und ich möchte euch Mut machen. Es gibt Unternehmen, in denen das gut funktioniert. Die sollten wir als Beispiel nehmen. Ich war beispielsweise auf einer Betriebsversammlung in einem Bauunternehmen mit 120 Beschäftigten in Minden gewesen. Zuerst war ich etwas befremdet, weil ich damit gerechnet hatte, dass der Arbeitgeber über Investitionsquote und Gewinn spricht. In dem Betrieb war das ganz anders. Der Arbeitgeber hat überhaupt nichts von Investitionen erzählt, er hat was von Arbeitsplätzen erzählt, von Arbeitsvorbereitung, von Arbeitsdurchführung, dass kein Mann auf die Baustelle geht, wenn nicht alles vorbereitet ist und dass die Unfallverhütungsvorschriften eingehalten werden. Ich habe erst gedacht, Donnerwetter, du bist an der ganz falschen Tür. Aber als ich dann mehr darüber nachgedacht habe, kam ich immer mehr zu der Überzeugung, dass das eine gute Sache ist. Es gibt viele Unternehmer, die in die Mitarbeiter investieren, und die diskutieren mit Beschäftigten, mit Polieren oder auch Hilfsarbeitern, wie sie die Arbeitsabläufe optimieren wollen. Diesen Unternehmen ist klar, dass ihre Belegschaft ihre Visitenkarte ist.

Wer gegen das „Mach mal eben“ vorgeht, handelt auch für sein Unternehmen

Die Mitarbeiter prägen das Bild des Unternehmens. Das zahlt sich immer aus. Das kann manchmal etwas dauern, aber irgendwann kommt der Bauherr und sagt: „Mensch die Firma hat mir das gebaut, die war super, die hatten nette und qualifizierte Leute, die haben ein gutes Erscheinungsbild abgegeben und die haben auch sauber gearbeitet. Die frage ich noch einmal, ob sie mir meine Garage erneuern“. Auf so einen Betrieb kommen Bauherren immer wieder zurück.

Wer gegen das „Mach mal eben“ vorgeht, hat also nicht nur seine eigene Gesundheit im Kopf, sondern auch sein Unternehmen. Ein „Mach mal eben“-Unternehmen hat keine gute Visitenkarte. Jeder Laie sieht, was da abläuft. Jeder Bauherr schlägt nur die Hände über dem Kopf zusammen und sagt, hoffentlich geht das alles gut, was da in meinem Garten, in meinem Haus und auf meinem Grundstück stattfindet. Das schadet jedem Bauunternehmen.

Mit einer vernünftigen Visitenkarte, also mit einem gut geplanten, reibungslosen und sauberen Ablauf und mit sicherer und gesunder Arbeit, kann ein Unternehmen wirtschaftlich überleben. Und eine solche Visitenkarte ist auch die beste Voraussetzung, bis zur Rente immer gesund nach Hause zu kommen. Es lohnt also, sich für gute Arbeitsbedingungen und für eine gute Arbeitsorganisation einzusetzen. Und der Gutes Bauen - Unternehmenscheck kann uns dabei helfen.


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